Pflanzenverträglichkeit und Düngewirkung von Komposterden

Von Dezember 2017 – August 2018 wurden am Institut für Pflanzenernährung und Düngung der Humboldt Universität zu Berlin und am Fachgebiet für Bodenkunde der Technischen Universität zu Berlin die Stickstoffdüngewirkung von Komposterden und das Wachstum von Pflanzen auf Komposterden untersucht.

Die Themenstellung entwickelte sich im Rahmen des Pilotprojektes Schlüsselblumen, bei dem Familien aus Berlin für eine Pflanzsaison Hochbeete für den Balkon testeten. Für den Anbau wurde eine Komposterde aus rein natürlichen Zutaten verwendet. Zugefügte Anteile von Pflanzenkohle machten die Erde zu einem Pflanzenkohlesubstrat, einer schwarzen Erde, die Wasser und Nährstoffe besonders gut speichert und Kohlenstoff dauerhaft der Atmosphäre entzieht.

Untersucht wurden die Eigenschaften des Pflanzenkohlesubstrates im Vergleich zu einem Kompost ohne Zugabe von Pflanzenkohle (reiner Gartenkompost). Im Zentrum stehen zwei Topfversuche mit Chinakohl, die die Pflanzenverträglichkeit (Vorversuch) und die Düngewirkung in Bezug auf verfügbaren Stickstoff (Hauptversuch) des Substrates überprüfen.

Mit Kompost gedüngte Pflanzen produzieren mehr Pflanzenmasse als solche, die mit künstlichem Mineraldünger gedüngt wurden.

Julius Obkircher (HU Berlin)
Joshua Johnson (HU Berlin)
Vladan Nikolić (TU Berlin)

 

Eine Schädigung durch hohe Schwermetallgehalte trifft die mineralische gedüngten Pflanzen stärker als die organisch gedüngten Pflanzen.

Das Wurzelsystem der organisch gedüngten Pflanzen ist größer und verzweigter als das der mineralisch gedüngten Pflanzen. Die Wurzeln haben dadurch eine größere Oberfläche, um Nährtstoffe aufnehmen zu können.

 

Stickstoff mineralisiert beim Kompostvorgang nur sehr langsam und kann deshalb bei einem reinen Grünschnittkomposten zu einer Mangelversorgung durch Stickstoff führen.